Graue Tage
Was zum Teufel mit grauen Tagen tun?
SHON GEWUSST
Aennipenni
1/25/20263 min read
Was zum Teufel mit grauen Tagen tun?
Draußen ist es wieder einmal grau.
Ein typischer Jänner-Tag. Die Sonne ist höchstens zu erahnen – ein blasser Umriss hinter einer dichten, grauen Decke. Wenn überhaupt. An solchen Tagen verspüre ich wieder mal Lustlosigkeit. Keine Sonne, keine Wärme, zusätzlich ist Sonntag und ich würde mich gerne in meinem Bett verkriechen.
Kennt das jemand? Ich habe mir das ganze mal genauer angeschaut.
Wenn du dich an solchen Tagen nicht ganz auf der Höhe fühlst, ist das anscheindend kein persönliches Versagen, es ist normal. Es ist eine menschliche Reaktion auf Lichtmangel, Kälte und Stillstand.
Und trotzdem bleibt diese eine Frage:
Was zum Teufel soll ich jetzt mit diesem Tag tun?
Wie geht man mit grauen Tagen um?
Psychologisch gesehen verstärken wir unser Unwohlsein oft genau dann, wenn wir dagegen ankämpfen:
„Ich sollte besser drauf sein.“
„Andere kriegen das doch auch hin.“
„Jetzt reiß dich zusammen.“
Scrollen in den sozialen Medien macht es vielleicht nicht besser. Man sieht, wie alle scheinbar einfach nur Freude empfinden.
Graue Tage sind nun aber keine Probleme, die gelöst werden müssen – graue Tage sind Zustände, die man wahrnehmen kann.
Ich habe mal ein wenig nachgedacht und geforscht und habe ein paar Tricks gefunden die graue Tage angenehmer gestalten können.
Kleine Tricks aus der Psychologie.
1. Nutze Licht!
Wissenschaftlich gesehen beeinflusst Licht unseren circadianen Rhythmus (Schlaf-Wach-Rhythmus) und reguliert Hormone wie Melatonin (Schlafhormon) und Serotonin (Stimmung & Antrieb).
In den dunklen Wintermonaten produziert der Körper länger Melatonin und weniger Serotonin (vielleicht auch deshalb der „Winterschlaf“ 🙂).
Dieser Mangel an Serotonin kann zu Müdigkeit und gedrückter Stimmung führen.
Studien zeigen, dass Lichttherapie mit etwa 10.000 Lux gedrückte Stimmung reduzieren kann, wenn sie täglich angewendet wird.
Wie man das auch ohne Tageslichtlampe nutzen kann:
Morgens am besten 20–30 Minuten raus ins Freie
Einen Spaziergang machen
Oder eine Tageslichtlampe direkt nach dem Aufstehen nutzen
Grundsätzlich geht es auch über den Tag verteilt, aber morgens gibt es den stärksten Effekt, besonders direkt nach dem Aufwachen.
2. Handlung, dann Gefühl
Statt darauf zu warten, dass du dich motiviert fühlst, fängst du mit etwas Kleinem an und tust eine sinnvolle Sache, zum Beispiel:
5 Minuten Bewegung
eine Aufgabe von der To-do-Liste
etwas Schönes kochen
ein kurzer Spaziergang
Wissenschaftlich gesehen beeinflussen körperliche Zustände Emotionen stärker, als wir glauben.
Manchmal also besser einfach den Kopf ausschalten und mit dem Handeln anfangen – der Rest kommt oft automatisch.
3. Zulassen
Keine gemeine Bewertung deiner Stimmung.
Die Gefühle, die du empfindest, sind vorübergehend und menschlich. Sprich mit dir selbst, als wärst du ein guter Freund.
Wissenschaftlich gesehen reduziert Akzeptanz psychische Belastung und negative Reaktionen.
„Habitual acceptance“ – also die Tendenz, negative Gefühle und Gedanken ohne Bewertung anzunehmen – ist mit besserer psychischer Gesundheit verbunden und führt zu weniger Stressreaktionen.
Akzeptanz verändert außerdem, wie man auf Stress reagiert.
In vielen evidenzbasierten Interventionen ist Akzeptanz ein zentraler Mechanismus – also ein gut erforschtes psychotherapeutisches Konzept.
Dabei ist Akzeptanz lernbar. Zum Beispiel kannst du:
merken, dass da etwas ist
ohne zu analysieren, warum es da ist
ohne sofort nach einer Lösung zu suchen
Beispiel:
Statt: „Warum bin ich heute so traurig?“
→ „Ich empfinde gerade Traurigkeit.“
Statt: „Ich muss das wegbekommen.“
→ „Ich erlaube, dass es da ist, und schaue, was heute trotzdem möglich ist.“
Du kannst lernen, dass Gefühl nicht gleich Handlung ist.
Du darfst fühlen, was du fühlst – ohne danach handeln zu müssen.
Akzeptanz entsteht durch Wiederholung:
Wenn du wiederholt zulässt und akzeptierst, merkt sich dein Körper und deine Psyche das. Mit der Zeit fällt es dir immer leichter, unterschiedliche Dinge anzunehmen.
Fazit
Graue Tage sind keine Schwäche, sondern körperlich und biologisch erklärbar.
Mit Licht, kleinen Handlungen und Zulassen kannst du dich an solchen Tagen vielleicht etwas besser entspannen – und akzeptieren, dass auch dieser Tag vorbeigeht und bald wieder die Sonne kommt. Vielleicht kannst du dir hier das ein oder andere mitnehmen.
Teile gerne deine Meinung mit uns. Und schreib uns deine Gedanken zu unserer Plattform. Vielleicht interessiert dich etwas das du immer schon mal aus psychologischer Sicht betrachten wolltest. Einfach bei uns melden.
Ich wünsche euch allen einen schönen (wenn auch grauen) Tag. :) :)
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